Wie man so an die Vögel kommt ...
und auf was man achten sollte

1. Kommt ein Zebrafink geflogen

Was mir vor über 20 Jahren widerfahren ist (und was Sie auch nachlesen können), wäre mir beinahe 1995 noch einmal passiert: Auf einem Frühlingsspaziergang entdeckte ich unerwartet ein Zebrafinkenweibchen, wie es am Bordstein an Grasrispen zupfte. Ich hielt es für ausreichend erschöpft, so daß ich mit meiner Jacke einige Fangversuche startete, aber obwohl ich es in eine offene, mit Plexiglas überdachte Garage scheuchen konnte, entkam es schließlich doch. Es wird wohl dem nächsten kalten Schauer oder einem Sperber zum Opfer gefallen oder von einer erfolgreicheren Menschen gefangen worden sein.
      Ähnliches kann natürlich jedem anderen Vogelfreund auch passieren: Entweder findet er/sie den Vogel, oder der Vogel findet sie/ihn, oder er findet über einen Bekannten zu ihm oder ihr. Wer die heimische Vogelwelt leidlich kennt, weiß, wenn er einen Exoten vor sich hat. Hoffentlich weiß er oder sie dann auch, was zu tun ist, um ihn nicht zu Schaden kommen zu lassen.
      Man kann also durchaus einen Zebrafinken "erwerben", ohne dies zu wollen und ohne – zunächst – einen einzigen EURO (ehemals eine einzige Mark) zu bezahlen. Dann aber stellt sich sehr schnell die Frage: Gebe ich das Tier ab, oder behalte ich es vielleicht? Wenn Sie es behalten, müssen Sie ihm einen Artgenossen besorgen, und dann beginnt ein (hoffentlich) langes Abenteuer, bei dem Sie mein Zebrafinken-Buch begleiten möchte.

2. Erwerb beim Züchter

Die Entscheidung, einen "Ziervogel" zu erwerben, muß ansonsten sehr gründlich überlegt sein: Man tut sich und vor allem den Zebrafinken keinen Gefallen, wenn man "mal auf Probe kauft". Einen Gefallen könnte man den Vögeln allerdings tun, wenn man bei einem privaten Züchter kauft: Da Zebrafinken extrem leicht zu vermehren sind, haben Züchter in der Regel Probleme, den Nachwuchs "loszuwerden". Man kann zwei Arten von Züchtern unterscheiden:

3. Kauf im Zoohandel

Zebrafinken sind für wenig Geld zu haben, aber auch nicht so billig, daß man mit ihnen kein Geld verdienen könnte. Unklar ist in der Regel die Herkunft der Vögel: Kommen Sie aus einer kommerziellen Massenzucht, wo mit geringsten Aufwand unter oft haarsträubenden Bedingungen auf Masse gezüchtet wird – oder von verantwortungsbewußten Züchtern? Wer Zebrafinken im Handel käuflich erwerben möchte, sollte sich zuerst die Haltungsbedingungen und dann die ins Auge gefaßten Vögel genauestens ansehen, möglichst längere Zeit. Nur augenscheinlich gesunde, kräftige und lebhafte Tiere sollte man erwerben! Wer sich nicht auskennt, kennt vielleicht einen sachkundigen Vogelfreund, der zum Kauf mitkommt ...

4. Versandhandel

Im Einzelfall mag es zwar bequemer sein, sich Vögel durch den Versandhandel schicken zu lassen, doch rate ich bei unbekannten lebenden Tieren dringend davon ab: Sie können die Vögel nicht aussuchen und müssen entweder nehmen, was kommt, oder einen nicht gewollten, z. B. kranken Zebrafinken zurückschicken – und damit wahrscheinlich in den Tod.

Bevor Sie sich nun Zebrafinken (es müssen immer mindestens zwei sein) ins Haus holen, sollten sie sich noch über ein paar Voraussetzungen bei Ihnen im klaren werden und wissen, was gesundheitlich bei einem Zebrafinken zu beachten ist.


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