Taxonomie

Die biologische Systematik des Zebrafinken (Taeniopygia guttata castanotis)

Naturfreunde sind in Bestimmungsbüchern und anderen Werken über unsere Fauna und Flora immer wieder mit wissenschaftlichen Artnamen konfrontiert: Mal werden zwei, mal gleich drei Fremdwörter für eine Tier- oder Pflanzenart angegeben, und gelegentlich begnügt sich der Autor nur mit einem einzigen und meint damit die "Gattung". Die lateinischen und griechischen Namen beruhen auf der Wissenschaft der "Taxonomie", der in der Zoologie und Botanik international gebräuchlichen biologischen Systematik, die hier am Beispiel des Zebrafinken erläutert wird.

Fachbegriffe
Taxonomie: biologische Systematik, Wissenschaft von der hierarchischen Klassifizierung der Lebewesen gemäß ihrer angenommen Entstehungsgeschichte (Evolution) und folglich Verwandtschaft.
Taxonom: Wissenschaftler, der Lebewesen klassifiziert ("taxiert")
Kategorie: Stufe in der Hierarchie der biologischen Systems, also z. B. die Art, Gattung, Familie
Taxon: Beispiel bzw. Einheit in einer Kategorie, z. B. eine bestimmte (!) Gattung etc. (Mehrzahl: Taxa)

Biologische Systematik

Die systematische, taxonomische Einteilung des "Tierreichs" (Regnum) in die verschiedenen Kategorien beginnt mit den "Stämmen":
    Aus dem alten "Stamm" (Phylum) der "Rückenmarktiere" (Chordata) bzw. dem Unterstamm der "Wirbeltiere" (Vertebrata) sind die "Klassen" der verschiedenen Fischformen, der Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere hervorgegangen. Alle Gefiederten werden in einer Klasse (Classis) zusammengefaßt, weil man alle gegenwärtigen (rezenten) und ausgestorbenen Vogelarten von einer gemeinsamen Urform herleitet, die ihrerseits auf kleine zweibeinige Saurierformen zurückgeht. Der Solnhofener Urvogel (Archaeopteryx) gibt uns eine ungefähre Vorstellung davon, wie die Vorfahren der Vögel (Aves) ausgesehen haben könnten. Weitere ursprüngliche Formen – vermutlich sogar Bindeglieder (missing links) zwischen den Vögeln und ihren Vorfahren – wurden Ende des 20. Jahrhunderts in China entdeckt.


Taxon deutschTaxon wiss. Zebrafink deutschZebrafink wissensch.Beispiele für
andere Tiere
ReichRegnum TiereAnimalia
UnterreichSub-Regnum
StammPhylum RückenmarktiereChordata Schwämme, Nesseltiere, Gliederfüßer, Weichtiere, Stachelhäuter
UnterstammSub-Phylum WirbeltiereVertebrata Manteltiere (Tunicata), Schädellose (Acrania)
KlasseClassis VögelAves Quallen, Spinnentiere, Tausendfüßler, Insekten, Knochenfische, Kriechtiere, Säugetiere
UnterklasseSub-Classis NeuvögelNeornithesKrebse, Fluginsekten, Schuppenkriechtiere, Beutelsäuger, Höhere Säugetiere
OrdnungOrdo Sperlingsvögel *Passeriformes Skorpione, Zweiflügler, Hautflügler, Karpfenfische, Papageienvögel, Entenvögel, Hühnervögel, Kolibris, Fledertiere, Herrentiere
UnterordnungSub-Ordo SingvögelPasseres Mücken, Krokodile, Echsen, Spinte, Flughunde, Fledermäuse, Affen, Mäuseverwandte
FamilieFamilia PrachtfinkenEstrildidae Faltenwespen, Bienen, Weißfische, Eidechsen, Kakadus, Meisen, Echte Finken, Gimpel, Ammern, Hufeisennasen, Mäuse
UnterfamilieSub-Familia Echte Wespen, Pythonschlangen, Zwergfalken, Amazonen, Loris
GattungGenus ZebrafinkenTaeniopygiaPoecile: Sumpf- & Weidenmeisen etc., Sperlinge, Grasamadinen, Wellensittiche, Grassittiche
ArtSpezies ZebrafinkT. guttata Sumpfmeise, Weidenmeise, Spitzschwanzamadine, Maskenamadine, Wellensittich
UnterartSub-Spezies Timor-ZebrafinkT. guttata guttata Australischer Zebrafink:
Taeniopygia guttata castanotis

* Viele Taxonomen bezeichnen die Ordnung der Passeriformes als "Singvögel"!

Literatur:
Bezzel, Einhard (1977): Ornithologie. Ulmer, Stuttgart.
Wolters, H. E. (1983): Die Vögel Europas im System der Vögel. Biotropic-Verlag, Baden-Baden.


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